Man steht morgens auf wie alle anderen auch (wenn auch vielleicht manchmal etwas später). Dann ab unter die Dusche. Zieht sich was Anständiges an, obwohl die einzige Begegnung des Tages ein blinkender Cursor im E-Mail-Postfach ist. Und dann: Mails checken, Stellenanzeigen durchgehen, falls was Passendes dabei ist: Bewerben. Texte schreiben, die genau einen Satz individuell und den Rest professionell-verwertbar wirken lassen. Zeugnisse aneinanderklatschen wie Bierdeckel. Und auf „Senden“ klicken mit der Hoffnung eines Menschen, der ein Los zieht und weiß: Die Ziehung ist geheim, der Gewinn ist selten, und der Trostpreis eine Auto-Reply mit „Wir wünschen Ihnen für Ihren weiteren Weg …“.
Man spricht nicht viel darüber, wie zermürbend das sein kann. Wie sehr man sich ein kleines (oder großes) „Wir wollen Sie (oder Dich)!“ wünscht – und sei es nur als Kaffeekocher mit Würde.
Aber es ist eben ein Job, dieses Bewerben. Nur ohne vernünftiges Gehalt. Ohne Kantine. Und manchmal auch ohne jegliche Rückmeldung oder Antwort. Und (fast) immer ohne Erklärungen.
Und natürlich werde ich weiter machen. Weil ich weiß, dass irgendwo da draußen eine Stelle auf mich wartet, die mehr braucht als Keywords. Die mich braucht. Die einfach passt.













































