Es ist ja nicht so, dass ich etwas gegen Künstliche Intelligenz hätte. Sie ist ein nettes Haustier: kann Befehle ausführen, lernt schnell, sabbert nicht. Aber genau wie ein ambitionierter Labrador-Welpe hat sie manchmal Schwierigkeiten zu erkennen, wann sie besser einfach still sitzen bleiben sollte.
Wir lassen die KI also schreiben, gestalten, komponieren – und wundern uns dann, dass unsere Arbeiten alle ein bisschen klingen wie der Museumsführer in einem Heimatmuseum: korrekt, aber herzlos. Und dann kommt der spannende Moment: Wer überprüft das Ganze eigentlich noch? Wenn wir das Denken an KI delegieren, bleibt uns irgendwann nur noch das Klicken auf „Gefällt mir“ – mit einem seltsam diffusen Gefühl, dass wir selbst nichts mehr dazu beigetragen haben.
In der Schule wird KI jetzt schon als „hilfreiches Tool“ angepriesen. Aber wie soll jemand das Denken lernen, wenn er es nie selbst tun musste? Wer soll später bewerten, ob eine KI-gestaltete Kampagne wirklich gut ist, wenn wir alle verlernt haben, Qualität zu erkennen?
Vielleicht sollten wir die KI nicht als Denk-Ersatz sehen, sondern als Denk-Gegner. So wie ein Schachcomputer, gegen den wir antreten, um besser zu werden. Sonst endet das Ganze damit, dass wir eines Tages KI-generierte Bewerbungen an KI-gesteuerte HR-Abteilungen schicken – und niemand mehr merkt, dass wir alle gar nicht mehr dabei sind.

















































