Wie man aus der Zeit fällt – und warum das nicht schlimm ist.

Es gibt ja diesen Moment, in dem man merkt, dass die Welt an einem vorbeigezogen ist, während man nur kurz die Schnürsenkel neu gebunden hat. Man steht da, aufrecht, mit einem tadellosen Portfolio, einem Koffer voller Erfahrung und einem ironischen Lächeln – und wird trotzdem behandelt, als hätte man sich versehentlich aus einem Schwarz-Weiß-Film in die Gegenwart verirrt.

In der Medienbranche ist das besonders heikel. Hier scheint es zwei Jahreszeiten zu geben: Vorwärts und Schneller. Wer sich nicht alle drei Monate ein neues Buzzword ins LinkedIn-Profil tätowieren lässt, gilt schnell als Relikt. Aber sind es nicht gerade die „Relikte“, die wissen, dass „neu“ nicht immer „besser“ ist? Dass es zwischen „innovativ“ und „halbgar“ oft nur den Unterschied zwischen gutem Design und einem missglückten Experiment gibt?

Natürlich könnte ich jetzt versuchen, meine Erfahrung in ein hipperes Gewand zu zwängen, aber warum sollte ich? Trends sind wie Avocado-Toast – man muss sie nicht mögen, um sie zu überleben. Ich bin nicht aus der Zeit gefallen, ich habe mich nur entschieden, sie von außen zu betrachten – und mit einem Stirnrunzeln festzustellen, dass sich vieles wiederholt.

Und das Beste daran? Qualität setzt sich durch. Immer. Vielleicht nicht sofort, vielleicht nicht auf TikTok, aber auf Dauer. Und genau darauf baue ich.

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