Notizen aus der Warteschleife. Folge 101: Das Ende der Warteschleife. Naht es, oder dreht sie weiter?

Beitrag 100 war so etwas wie ein gedanklicher Schlusspunkt.

Nicht, weil etwas zu Ende ist, sondern weil man manchmal merkt, dass ein Kapitel vollständig erzählt und irgendwie auserzählt wurde.

Die Notizen aus der Warteschleife hätten hier also gut aufhören können. Ein sauberer Schnitt, ein letzter Satz, vielleicht ein leises Nicken in Richtung dessen, was war.

So funktionieren Bücher. Sie wissen (meist) ziemlich genau, wann es reicht. Wann ein Gedanke rund ist, wann eine Geschichte sich selbst genügt. Wenn es Zeit für ein gutes Ende ist.

Das hier ist allerdings kein Buch. Das Buch allerdings gibt es ja, und es wartet auf das Ende der Erzählung Teil 1.

Denn das Interessante passiert ja selten dort, wo man es erwartet. Sondern irgendwie irgendwann in der Zwischenzeit der Warteschleife. In diesen unscheinbaren Momenten, in denen sich etwas auf wunderbare Weise verschiebt.

Die Warteschleife war nie nur ein Zustand. Sie war auch ein Ort, an dem Gedanken Zeit hatten, sich auszubreiten. Manchmal zu weit. Manchmal genau richtig. Ein Ort, an dem man Dinge formuliert, für die im normalen Betrieb oft kein Platz ist. Und irgendwie auch unfreiwillig.

Und was passiert, wenn dieser Ort sich verändert?

Vielleicht entstehen daraus neue Notizen. Wenn die Wartezeit vorbei ist. Mit einem anderen Ton. Einer anderen Geschwindigkeit. Weniger tastend, vielleicht. Oder gerade erst recht.

Mit, natürlich, anderen Themen.

Vielleicht werden es noch einmal 100. Vielleicht auch nur drei. Vielleicht verlieren sie ihren Namen. Oder behalten ihn, aus Gewohnheit oder aus Trotz.

Für ein Buch könnte das dann vermutlich das gute Ende werden. Ein letztes Kapitel, das so tut, als hätte es alles verstanden. Ein paar letzte Seiten, die mehr Abschluss behaupten, als sie tatsächlich liefern können.

Hier geht es weiter.
Mit kleinen Verschiebungen.
Mit neuen Perspektiven.
Mit alten Fragen, die plötzlich andere Antworten bekommen oder gar keine mehr brauchen.

Und vielleicht ist genau das der eigentliche Punkt.
Nicht, ob etwas endet.
Sondern ob man bereit ist, weiterzuschreiben, obwohl man es auch lassen könnte.

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