Es begann ganz harmlos. „Magst du uns vielleicht einen Kaffee holen, wenn du eh grad in der Küche bist?“ – „Na klar“, sagte ich. Aber in mir formte sich bereits ein Konzept.
Phase 1: Initialisierung des Projekts: Ich validierte die Bedürfnislage im Team (zwei koffeinbedürftige Stakeholder, ein unentschlossener Mittrinker und eine stille Teilnehmende mit entkoffeinierter Präferenz) und stellte eine Roadmap auf. Milch? Zucker? Haferdrink?
Phase 2: Sprintplanung: Ressourcencheck: Ist genug Kaffee da? Wurde die Milch nachgefüllt? Milchschaumfähigkeit der Maschine getestet? Tassen-Spülstatus: inkonsistent.
Phase 3: Umsetzung: Ich adaptierte spontan auf unvorhergesehene Blocker („Wer hat die Kaffeepads in den Kühlschrank getan?!“) und sicherte durch situatives Kommunikationsverhalten die Gruppenzufriedenheit.
Phase 4: Retrospektive: „Boah, der ist echt gut geworden!“ Ich dokumentierte das Feedback mit einem inneren Screenshot und optimierte stillschweigend meine Milchschaumtechnik für zukünftige Iterationen.
Was ich sagen will: Manchmal fühlt sich das Berufsleben an wie ein Theaterstück, bei dem die Requisiten aus Schlagworten bestehen. Man soll lösungsorientiert sein, aber bitte hands-on. Agil, aber nicht chaotisch. Empathisch, aber bitte nicht zu weich. Und authentisch, natürlich. Solange das Authentische nicht quer zur Unternehmenskultur steht.
Ich frage mich oft: Wäre es nicht einfacher, einfach zu sagen: „Ich kann gut mit Menschen. Ich höre zu. Ich weiß, wann ich reden sollte und wann besser nicht.“ Und vielleicht reicht das schon als Soft Skill.
Aber gut. Wenn’s hilft: Ich kann Kaffeeholen. Agile. Remote. Iterativ. Oder einfach mal so. Und mit einem Lächeln, das aus echter Freundlichkeit kommt – nicht aus der Design-Thinking-Schulung.















































