Jobsuche ist irgendwie (ähnlich) wie Dating – nur mit weniger Kerzenschein

Jobsuche ist wie Dating. Nur dass niemand deine Lieblingsplatten hören will, sondern fragt, ob du auch Jira, Asana kannst und ob du mit der Creative Suite vetraut bist.

Und statt einem charmanten „Was liest du gerade oder welche Filme und Serien schaust Du so am liebsten?“ kommt: „Wie viele Jahre Berufserfahrung haben Sie denn… in exakt diesem Tool? Haben Sie schon in diesem oder jenen Bereich gearbeitet?“ Oder:“Was sind Ihre Schwächen? Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“

Beim Bewerbungsgespräch sitzt man da wie beim ersten Treffen in einem Café, nur meist ohne Kaffee. Man lächelt höflich. War vorher nochmal beim Frisör. Man betont seine Stärken. Man erwähnt nicht, dass man gestern fast die Hoffnung verlor, als die 101. Absage im Postfach lag.

Beide Seiten tun so, als wüssten sie genau, was sie wollen. Aber eigentlich hoffen alle nur auf diesen einen Moment: dass etwas Klick macht. Dass man denkt: „Ja. Das könnte passen.“ Und vielleicht kommt man dann tatsöächlich zusammen. Oder vielleicht gibt es ein zweites Date, bzw. Gespräch.

Ich suche nicht irgendeinen Job. Ich suche einen Ort, wo Erfahrung und Kreativität geschätzt wird, Ideen willkommen sind und man nicht nervös zusammenzuckt, wenn man Projektmanagement, Mediengestaltung, UI, UX, und Konzeption in einem Satz nennt.

Kerzenschein braucht es nicht. Aber ein bisschen gegenseitige Wertschätzung wäre schon schön.

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