Stellenanzeigen sind oft wie Speisekarten in Touristenrestaurants: Viel drauf – von Pizza über Schnitzel bis Chop Suey, nichts davon richtig zubreitet – und am Ende bestellt man doch wieder das, was am wenigsten misslingen kann.
„Wir suchen den Wunschkandidaten (m/w/d)“ Die eierlegende Wollmilchperson mit 25 Jahren Erfahrung, aber frischem Abschluss. Kreativ, strategisch, technisch, empathisch – und bitte in Vollzeit und 100% Präsenz, aber mit der Haltung eines dankbaren Trainee.
Aber was wäre, wenn wir den Spieß umdrehen würden?
Was wäre, wenn Stellenanzeigen sich einer sorgfältigen Kuratiertheit unterziehen müssten? Nicht das schnelle Schalten einer Anzeige, sondern die Frage: Was für ein Mensch würde hier wirklich aufblühen? Was passt zur Haltung unseres Hauses, zu den tatsächlichen Aufgaben – nicht nur zur Stellenbeschreibung?
Eine sorgsam kuratierte Stellenanzeige wäre wie eine Einladung – nicht wie eine Mahnung zur Selbstoptimierung. Ein kuratierter Job spricht nicht nur Anforderungen, sondern auch Sehnsüchte an. Er ist nicht maßgeschneidert auf ein künstliches Profil, sondern lebendig, atmend – offen für Persönlichkeiten mit Ecken, Kanten, Haltung und Qualitätsbewusstsein.
Statt Wunschkandidat (m/w/d) könnten wir anfangen, Wunschbedingungen (m/w/d) zu formulieren. Statt Matching – vielleicht mal Resonanz.
Denn mal ehrlich: Wer will schon nur funktionieren, wenn man auch glänzen könnte?

















































