Fortschritt durch KI und Automatisierung – aber wer profitiert am Ende?

Wir leben in der vielleicht paradoxesten aller Zeiten: Maschinen, KI, Programme denken (?), schreiben, zeichnen, übersetzen, analysieren und komponieren. Algorithmen übernehmen, was bisher nur der Mensch konnte. Willkommen im Zeitalter der Automatisierung!

Doch statt nun in Hängematten zu liegen, Gedichte zu schreiben oder mehr ehrenamtlich tätig zu sein, sollen wir – paradoxerweise – noch mehr arbeiten. Noch effizienter, noch flexibler, noch verfügbarer. Der Fortschritt rast – aber wo führt er uns hin?

Die Rechnung scheint einfach: Wenn Maschinen übernehmen, könnten wir Menschen weniger malochen und mehr leben. Ein lang ersehnter Traum der Aufklärung: Technologie befreit den Menschen von der Mühsal. Doch Realität wird das nur, wenn der Gewinn aus Automatisierung gerecht verteilt wird.

Stattdessen steigt die Produktivität – und mit ihr der Druck. Die Zeitersparnis verpufft, weil sie nicht als Geschenk, sondern als neue Deadline verstanden wird. Während einige Unternehmen Rekordgewinne verbuchen, werden den Menschen „Seid fleißiger, arbeitet härter!“-Parolen serviert – als wäre das 19. Jahrhundert nie vorbei gewesen.

Fortschritt, so scheint es, ist kein Naturgesetz, das automatisch allen nutzt. Es ist eine Frage der Verteilung, der Politik, der Moral.

Und vielleicht wird die wichtigste Aufgabe der kommenden Jahre nicht darin bestehen, noch bessere Maschinen zu bauen, sondern endlich die Frage zu beantworten:

Wofür wollen wir Technik überhaupt nutzen – und für wen?

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