Was passiert, wenn man sich selbst einstellt?

Ein Selbstversuch in gelebtem Vertrauen.

Nach über hundert Bewerbungen, Absagen, Ghostings und Worthülsen wie „dynamisches Umfeld“ oder „flache Hierarchien“ stellte sich mir irgendwann die Frage: Was wäre, wenn ich mich bei mir selbst bewerben würde. Würde ich mich selbst einstellen?

Also habe ich es einfach mal ausprobiert.

Ich habe mich jeweils gut vorbereitet, habe mir ein Gespräch auf Augenhöhe gegeben. Ich war interessiert, präsent, neugierig auf meine Stärken. Ich habe meine Schwächen nicht beschönigt, aber auch nicht in Watte gepackt. Ich habe mir zugehört – nicht nur auf das, was ich sage, sondern auch auf das, was ich meine.

Ich habe erkannt: Ich bin kein „Wunschkandidat“. Weil: etwas älter als der Durchschnitt, Quereinsteiger, dezent zerklüfteter Lebenslauf (aber alles erklärbar).

Ich bin eine (gute) Entscheidung.

Nicht für ein starres Raster, sondern für ein lebendiges Profil. Für Erfahrung, Vielfalt, Tiefe, Zuverlässigkeit, Qualität. Für einen Teamplayer mit Haltung.

Seitdem arbeite ich für mich.

Nicht im egozentrischen Sinne, sondern im besten: Ich nehme mich ernst. Ich investiere Zeit, Mühe, Ideen – in eigene Projekte, Gedanken, Kunst, Gespräche.

Ich stelle mich täglich ein – auf Neues, auf Wandel, auf Chancen. Ich stelle mich ein – auf mich.

Und irgendwann, glaube ich, wird auch jemand anderes mich einstellen. Nicht, obwohl ich mir selbst genüge. Sondern weil ich es tue.

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