Ich habe nichts gegen Software.
Natürlich nicht. Ich arbeite täglich mit unterschiedlichen Programmen. Bin täglich Stunden im Internet unterwegs. Algorithmen geben mir oft gute Tipps für neue Musik oder Bücher usw. Alles gut soweit.
Aber wenn ein Algorithmus entscheidet, ob ich in ein Team passe, ob ich qualifiziert bin für den ausgeschriebenen Job – dann wird’s persönlich.
Ich: jahrzehntelange Berufserfahrung. Der Algorithmus: zu Alt!. Sucht Schlagworte. Versteht kein Synonym, keinen Zwischenton. Ich schreibe: „Ich leite erfolgreich komplexe Projekte mit Feingefühl und Stringenz.“ Er sucht: „Scrum-zertifiziert, fünf Jahre Agentur, HTML5“.
Es ist, als würde man sich bei Tinder mit einem wunderschönen Gedicht bewerben – und der Algorithmus fragt nur: „Steht da irgendwo „Sixpack“?“
Wir leben in einer Zeit, in der Talent, Erfahrung und Persönlichkeit an einem digitalen Türsteher scheitern, der nicht weiß, wie sich Qualität anfühlt oder was Persönlichkeit überhaupt bedeutet. Sicher kann man versuchen alle möglichen Buzzwords mit in das Anschreiben und den Lebenslauf einzubauen. Und hoffen, dass genug dabei sind, um nicht gleich automatisch aussortiert zu werden.
Und trotzdem: Vielleicht ist es Zeit, dass Menschen wieder Menschen einstellen. Und dass wir das Gespräch suchen, nicht die Checkbox. Ich bin bereit.
Ihr auch?
Dann los!

















































