Wenn man jemanden fragt, ob er gutes Design erkennt, sagen die meisten ja. So wie alle auch behaupten, dass sie einen guten Wein von einem schlechten unterscheiden können. Und doch trinken Millionen Menschen freiwillig Dinge, die eher nach billiger Limonade als nach sorgsam vergorenen Trauben schmecken.
In der Gestaltung ist es ähnlich. Viele sagen: „Ach, das sieht doch modern aus!“ Und dann bekommt man ein Layout, das aussieht, als hätte jemand eine Clipart-Bibliothek mit einem Presslufthammer bearbeitet.
Gutes Design, genau wie guter Wein, ist Handwerkskunst. Es braucht Erfahrung, ein Gefühl für Nuancen, den Mut, Dinge nicht zu überladen. Ein guter Winzer weiß, dass man nicht einfach alles reinschüttet, was man im Regal findet. Und ein guter Designer weiß, dass nicht jedes Trend-Element den Entwurf verbessert.
Wer also heute ein „gutes, modernes Design“ möchte, sollte sich fragen: Möchte ich einen Wein, der 300 Jahre Tradition hat, oder eines, das mit Neonfarben wirbt und nach Energydrink schmeckt? Genau.

















































