KI kann zaubern!? Die künstliche Intelligenz macht Urlaub auf unserer Denkfaulheit

Neulich las ich, ein großer Konzern habe 8.000 Stellen gestrichen – wegen KI. Ich stelle mir vor, wie ein grau melierter Vorstandsvorsitzender den Satz „Wir setzen jetzt auf KI“ sagt, während er sich bei ChatGPT registriert – und glaubt, das sei jetzt die digitale KI-Transformation.

Was viele dabei übersehen: KI ist nicht das neue Personal. KI ist das neue Werkzeug. Und ein ziemlich stumpfes, wenn niemand weiß, wozu man es eigentlich braucht.

Ein Schraubenzieher wird ja auch nicht besser, nur weil man damit auch eine Bierflasche öffnen kann.

Natürlich sehe ich die Chancen: Automatisierung, neue kreative Impulse, Unterstützung bei Recherche und Planung, sogar in der Gestaltung. Ich nutze KI selbst. Aber ich merke auch: Je mehr wir sie nutzen, desto wichtiger wird es, zu wissen, was wir da tun.

Wer sich blind auf KI verlässt, spart vielleicht Gehälter – verliert aber Urteilsvermögen. Und das ist keine kleine Sache. Denn Urteilsvermögen ist das, was den Unterschied macht zwischen einem guten Ergebnis und einer zufälligen Rechenoperation mit hübscher Oberfläche.

Noch beunruhigender: In Schulen wird KI längst benutzt, ohne dass jemand weiß, wie man Denken eigentlich lernt. Wenn wir das Denken an KI delegieren, wer soll sie dann noch kontrollieren?

Ich finde: Wir brauchen keine Revolution durch KI – wir brauchen eine durch Menschen, die KI verstehen. Nicht als Ersatz für das Gehirn, sondern als Werkzeug für den Geist. Als Hilfsmittel, das uns bei der Arbeit behilflich ist und nicht als vermeintlicher Alleskönner, der unsere Arbeitsplätze zerstört.

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