Jahresrückblick 2025, Teil 1 von 3.
Ich habe dieses Jahr 112 Artikel auf LinkedIn veröffentlicht (58 davon als Notizen aus der Warteschleife). Nicht, weil mir langweilig war. Und auch nicht, weil ich dachte, dass Sichtbarkeit automatisch zu einem Job führt (naja, vielleicht doch ein bisschen ;-).
Ich habe geschrieben, weil Schreiben Denken ist. Und weil Denken in Zeiten von KI, Buzzwords, Automatismen und Schnellbewertungen keine Selbstverständlichkeit mehr ist.
Manche dieser Texte wurden gelesen.
Manche kommentiert.
Viele vermutlich übersehen.
Keiner davon war umsonst.
Meine Posts sind und waren kein Marketingkonzept. Sie waren ein Versuch, Einstellungen zu zeigen, Gedanken zu teilen: zu Gestaltung, zu Qualität, zu Erfahrung, zu Bewerbungsverfahren, zu Arbeit an sich.
Ich habe über Projekte geschrieben, über KI, über Gestaltung, über Arbeitsrealitäten. Und immer wieder, manchmal zwischen den Zeilen, über etwas, das auf LinkedIn selten offen benannt wird: über Unstimmigkeiten in den Prozessen auf dem Arbeitsmarkt.
Alter, Erfahrung und die stille Diskriminierung. Altersdiskriminierung kommt selten laut daher. Sie tarnt sich als „kultureller Fit“, als „dynamisches Umfeld“, als „langfristige Perspektive“. Sie äußert sich nicht nur in Absagen, sondern immer öfter in aktivem Ghosting.
Ich bin jetzt 61. 😁
Das ist kein Makel, sondern erstmal nur eine Zahl. Problematisch wird sie erst, wenn Erfahrung plötzlich als Risiko gilt und nicht mehr als Ressource.
Ein weiteres Thema, das mich dieses Jahr begleitet hat, sind Quereinsteiger. Ich gehöre ja selbst zu dieser Spezies. Es sind Menschen mit Brüchen im Lebenslauf. Mit Umwegen. Mit neu gegangenen Wegen. Auf der Suche nach Neuem. Mit Fähigkeiten, die nicht in vorformatierte Schubladen passen.
Der Arbeitsmarkt sagt gern, er sei offen für Vielfalt. Aber Vielfalt endet oft dort, wo Lebensläufe interessant werden. Dabei sind es gerade diese Biografien, die Orientierung bieten können: weil sie Wandel nicht theoretisch kennen, sondern praktisch durchlebt haben.
Diese 112 Artikel geschrieben von März bis September, immer Montags, Mittwochs und Freitags, sind eine persönliche Bestandsaufnahme eines Jahres, in dem viel geredet und geschrieben wurde, aber wenig zugehört oder verstanden. In dem Geschwindigkeit oft wichtiger war als Urteilskraft. Und Tools wichtiger als Menschen.
Ich hoffe, dass 2026 ein Jahr wird, in dem Erfahrung nicht mehr erklärt werden muss. In dem Alter nicht mehr umschifft, sondern vernünftig eingeordnet wird. In dem Quereinstiege nicht als Risiko gelten, sondern als Kompetenz.
Vielleicht war dieses Jahr kein Karriereschritt. Aber es war zumindest ein Standpunkt.

















































