Notizen aus der Warteschleife. Folge 53: Zwischen Lebkuchen und Lebenslauf, was läuft hier eigentlich schief?

Jetzt, wo das Jahr langsam auseinanderbröselt wie ein überbackener Spekulatius, wird es Zeit für eine kleine Jahresend-Beichte:

Ich habe 2025 mehr Bewerbungen geschrieben als Plätzchen gegessen.

Deutschland redet über Fachkräftemangel, aber eigentlich haben wir ein Fachkräftefilterproblem:
Wer jung ist, ist zu unerfahren.
Wer älter ist, ist zu erfahren.
Wer ehrlich ist, ist zu direkt.
Und wer motiviert ist, wirkt verdächtig.

Also habe ich beschlossen, meine Energie umzulenken. In Kunst, in Konzepte, in Projekte.

Weil ich nicht darauf warte, dass mich jemand „entdeckt“. Ich produziere weiter.

Aber machen wir uns nichts vor: Ich suche weiterhin einen Job, einen Platz, ein Team, das nicht davon ausgeht, dass Menschen ab 55 plötzlich zu Staub zerfallen.

Vielleicht muss man die Dinge einfach ausstellen, damit sie gesehen werden.
Mein Vorsatz für 2026?
Weiter freundlich bleiben.
Weiter ironisch bleiben.
Weiter auf Fehlentwicklungen hinweisen.

Denn irgendjemand muss ja darauf hinweisen, dass wir uns gerade ein Arbeitsmarkt-Bullshit-Bingo geschaffen haben, das niemand mehr ernsthaft gewinnen kann.

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