Vor 20 Monaten hätte ich meinen Lebenslauf runterbeten können. Heute könnte ich dir eine Anthologie der kreativsten Absagen schreiben. Über 200 an der Zahl. Mein persönliches Sammelsurium des „Leider müssen wir Ihnen mitteilen…“. Wobei die Kreativität der Absagenschreiber als eher ungenügend bezeichnet werden kann.
Am Anfang war der Frust. Dann kam die Selbstzweifel-Phase. Und irgendwann kam eine seltsame Ruhe. Stellenweise gab es da auch sowas wie gleichgültige Resignation, wahrscheinlich aus reinem Selbstschutz. Dann kam wieder der Frust zurück.
Und dann, in letzter Zeit kam die Frage:
Was, wenn ich die ganze Zeit nach dem Falschen gesucht habe?
Die Stellenanzeigen versprechen eine „Position“. Einen „Job“. Eine „Rolle“. Aber was ich wirklich suche, ist keine Überschrift in einem Organigramm. Ich suche eine Aufgabe. Eine Möglichkeit, Wirkung zu haben. Einen Hebel, um etwas zu bewegen, in einem Team, für ein Produkt oder eine Idee.
Diese Erkenntniss hat mich gelehrt, anders hinzusehen. Statt zu fragen „Was wird gesucht?“ frage ich jetzt eher: „Wo kann Ich etwas wie bewirken? Wo passt mein Fähigkeiten-Mix aus Lebenserfahrung, Kreativität und Qualitätsbewusstsein hin? Welche Aufgabe motiviert mich so sehr, dass ich unbedingt dabei sein will?“
Das klingt vielleicht pathetisch, aber es wäre die ehrlichste Bewerbung, die ich je geschrieben haben würde. Sie richtet sich nicht an eine HR-Software, sondern an die Menschen, die eine Aufgabe zu vergeben haben, die tatsächlich etwas verändert.
Die Suche geht also weiter. Aber sie fühlt sich anders an. Leichter. Richtiger.
Falls da draußen irgendwer nach jemandem sucht, der nicht nur einen Job abarbeitet, sondern eine Aufgabe annimmt: ich habe meinen Bewerbungsmarathon beendet und bin bereit für das eigentliche Rennen.

















































