Notizen aus der Warteschleife – Folge 3: HR ist am Meer, ich bin im Bewerberportal.

Die Sonne scheint (gerade nicht). Die Vögel zwitschern (eher verhalten). Und ich (scheine und zwitschere ;-)? Klicke mich durch das 51. Bewerberportal mit Passwortpflicht, Geburtsdatumspflichtfeld, Upload-Hürden und einer Benutzeroberfläche aus dem Jahr 2009.

Ich stelle mir vor, wie irgendwo jemand barfuß über warmen Sand läuft und dabei denkt: „Nach dem Urlaub schauen wir dann vielleicht mal, wer sich da so beworben hat.“

Ich dagegen überlege gerade, ob mein Lebenslauf als PDF oder als Flaschenpost bessere Chancen hätte.

Im Vorstellungsgespräch fragt man mich oft: „Wie gehen Sie mit Stress um?“ Meine Gegenfrage wäre: „Wie gehen Sie mit Menschen um, wenn diese zwei/drei Monate lang nichts von Ihnen hören?“

Aber ich bleibe höflich (natürlich). Ich warte (wie immer). Im Schatten (wo sonst?). Zwischen mehreren PDF-Uploads und einer weiteren „Leider können wir Sie nicht …, Es tut uns leid, dass …, tbc.“-Mail.

Vielleicht kommt der Sommer auch irgendwann in meinem Postfach an. Bis dahin bleibe ich im Bewerberportal. Barfuß im Kopf, aber mit Stil.

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