Notizen aus der Warteschleife. Folge 8: Projektmanagement in freier Wildbahn.

Projekttitel: Überleben.

Projektdauer: schon viel zu lange.

Budget: Kaffeemaschine, ALGI + II, Erwartungen, Hoffnung. Projektleitung: Ich – noch ohne Team.

Ich bin Projektmanager. Und gerade ohne Projekt. Oder besser gesagt: Mein aktuelles Projekt bin ich selbst. Ein multidisziplinäres Langzeitexperiment in Effizienz, Selbstmotivation und der Kunst, morgens aufzustehen, obwohl man eigentlich nicht müsste.

Projektstrukturplan (PSP):

  • Recherche: Wer sucht gerade Menschen wie mich?
  • Bewerbung: Wie schreibe ich das 301. Anschreiben ohne existenziellen, kognitiven Kollaps?
  • Optimierung: Profil schärfen, Rumtelefonieren, Mut behalten, Hoffnung recyceln.

Risikomanagement:

  • Rückschläge? Eingeplant.
  • Ghostings? Inklusive Pufferzeit.
  • Frust? Wird in kreativen Output umgewandelt.

Stakeholder-Kommunikation:

  • Wöchentliche Berichte an die Projektleitung.
  • Regelmäßige LinkedIn-Updates (halb Therapie, halb Guerilla-Marketing).
  • Kommunikation mit mir selbst: täglich, schwankend.

Mein Fazit nach Monaten im Projekt „Jobsuche“: Ich bin hervorragend darin, mich zu organisieren, Prozesse zu optimieren und die Kontrolle zu behalten – auch wenn die Realität manchmal kein Pflichtenheft kennt. Die Resilienz hält.

Was ich suche? Ein echtes Projekt. Mit echten Menschen, echten Aufgaben, echter Wirkung. Bis dahin: Weiter im Text. Weiter im (oder auch ohne) Plan. Weiter in der Spur.

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