Ich habe gestern wieder einen Lebenslauf verschickt. Mit ordentlich sortierten Stationen, reduziert, fokussiert. Mit sauber formulierten Skills und möglichst wenig Persönlichkeit.
Parallel dazu: habe ich an einem Bild gemalt, Musik gemacht und einen Text geschrieben, den ich niemandem erklären kann.
Beide Versionen bin ich. Aber nur eine davon darf existieren.
Der Künstler ist im Arbeitsmarkt ungefähr so willkommen wie ein Gedicht in einer Excel-Tabelle, er ist ein Bug, eine Absurdität, ein Systemfehler.
Dabei habe ich als Künstler sehr viel gelernt, was man für gute Arbeit braucht:
– Disziplin ohne Mandat
– Motivation ohne Zielvorgaben
– Entscheidungen ohne Projektierung
– Kreative Qualität ohne KPI
Das Bewerbungssystem fragt trotzdem: „Welche Rolle hatten Sie genau?“ Die ehrlichste Antwort wäre: „Mensch mit funktionierendem Gehirn.“
Aber dafür gibt es leider kein Dropdown-Feld. Und selbst wenn. Das ATS würde automatisch auf ‚nicht kompatibel‘ springen.“
Das Bild ist übrigens das fünfte aus der Reihe „Mind Adventures“. Noch nicht ganz fertig und noch ohne Namen.

















































