Jahresrückblick 2025, Teil 3 von 3.
Am Ende eines Jahres bleibt selten das, was man geplant hat. Es bleiben Sätze, Texte. Gedanken. Einige Umwege, die sich im Rückblick als notwendig erwiesen haben.
Wenn ich auf meine Texte aus 2025 schaue, sehe ich kein geschlossenes Argument. Eher eine Spurensammlung. Versuche, Ordnung in eine Arbeitswelt zu bringen, die sich selbst ständig beschleunigt und dabei oft den Überblick verliert. Versuche irritierendes besser zu verstehen.
Worüber ich 2025 geschrieben habe:
Ich habe über Arbeit geschrieben. Über Gestaltung. Über Projektmanagement. Über Kreativität. Über Qualität. Über KI. Weniger als Heilsversprechen, mehr als Werkzeug mit Nebenwirkungen.
Und immer wieder über Menschen, die in gängigen Prozessen schlecht sichtbar sind: Erfahrene. Menschen 50+. Quereinsteiger. Die mit Brüchen im Lebenslauf. Die nicht perfekt ins Raster passen, aber viel beizutragen hätten, wenn man sie denn ließe. 😉
Viele dieser Texte hatten keinen lauten Ton. Immer humor- und hoffnungsvoll. Manche waren vielleicht etwas unbequem. Andere bewusst langsam in einer Umgebung, die Schnelligkeit belohnt. Ein roter Faden, der sich erst später zeigt.
Erst im Rückblick wird mir klar, was all diese Texte verbunden hat.
Die Suche nach Urteilskraft.
Die Suche nach Menschlichkeit.
Nicht nach der nächsten Methode.
Nicht nach dem nächsten Tool.
Sondern nach der Fähigkeit, einzuordnen, zu unterscheiden, abzuwägen. 2025 wirkte oft wie ein Jahr, in dem Entscheidungen ausgelagert wurden: an Prozesse, an Algorithmen, an Systeme. Der Mensch hat weiter an Wert verloren.
Die bisher 114 Artikel habe ich nicht geschrieben, um recht zu behalten. Sondern um hinzusehen. Um aufmerksam zu machen. Um zu eigenem Denken anzuregen.
Ein vorsichtiger Ausblick auf 2026. Ich hoffe, dass 2026 ein Jahr wird, in dem wieder mehr gefragt wird als gefiltert. In dem Gespräche wichtiger sind als Scoring-Modelle. In dem Brüche im Lebenslauf als Hinweise gelesen werden, nicht als Makel.
Und in dem Erfahrung nicht mehr erklärt werden muss, sondern selbstverständlich dazugehört und als Vorteil gesehen wird.
In diesem Sinne alles Gute für 2026. Ich bleibe neuhierig und bin gespannt auf das was kommt. Ein frohes Neues.

















































