Das 100. Jubiläum ist abgefeiert. Hier also Post 101 in 2025 und gleichzeitig „Notizen aus der Warteschleife. Folge 47.
Es gibt Menschen, die sammeln Kronkorken, Kühlschrankmagnete oder Modellautos. Andere sammeln Gin-Mini-Flaschen, Tour-T-Shirts oder enttäuschte Tinder-Matches.
Ich dagegen sammle Absagen. Über 250+ Stück inzwischen. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, Ghostings sind nich mitgerechnet.
Ich habe so viele davon, ich könnte damit eine eigene Ausstellung kuratieren:
„Die große Retrospektive der nie erhaltenen Chance, ein multimediales Trauerspiel in drei Akten“.
Und trotzdem mache ich weiter.
Warum?
Weil im Laufe der Zeit etwas Merkwürdiges passiert ist:
Ich habe eine neue Superkraft entwickelt.
Sie heißt „Trotzdem“.
Trotzdem weitermachen.
Trotzdem neugierig bleiben.
Trotzdem morgens Mails checken, als würde diesmal eine persönliche Nachricht von einem Recruiter warten und keine generische Enttäuschungs-Automatik. Als käme doch noch das Traumjobangebot mit Traumgehalt vom Traumarbeitgeber.
Und während ich so trotzig durch den Arbeitsmarkt lustwandle, habe ich gemerkt: Trotzdem ist eigentlich ziemlich kreativ.
Es ist die Kunst, aus Frust Humor entstehen zu lassen.
Aus Stillstand Ideen zu basteln.
Und aus der 333. Absage gelassen ein „Danke für Ihre Nachricht… ich weiß“ zu murmeln.
Man könnte fast sagen:
Ich habe mich vom Bewerber zum Konzeptkünstler weiterentwickelt.
Von „bitte einstellen“ zu „ich mache weiter, weil es mein Leben ist, nicht eures“.

















































