Seit meinem letzten Post („61 ist das neue 44“) bekam ich viele nette Nachrichten.
Einige fragten, ob ich das ernst oder wie ich das meine. Natürlich meine ich es so wie ich es schrieb; ernst und zwar zu knapp mindestens 100 % (Abstraktionsfähigkeit hilft bisweilen beim drübernachdenken).
Mir ist dabei eine Frage gekommen:
Wann genau im Bewerbungsprozess schaltet sich eigentlich dieser geheimnisvolle und wunderbare Superfilter ein? Gleich nach dem Geburtsjahr? Oder erst, wenn der Algorithmus „Erfahrung“ liest und sofort in Schockstarre zerfällt?
Ich stelle mir das so vor:
Im Hintergrund eines Bewerberportals sitzt ein kleiner digitaler, rothaariger, lustiger Kobold.
Er trägt eine große Brille ohne Gläser und sortiert Lebensläufe nach „passt perfekt“ und „passt vielleicht zu gut“. Letztere landen dann auf einem unsichtbaren Stapel, beschriftet mit: „Kommt uns zu souverän vor.“
Aber keine Sorge. Ich bleibe dran, versuche es Murmeltiertagmäßig immer wieder.
Vielleicht schreibe ich dem Kobold mal direkt, in einer Sprache, die er versteht: klar, kreativ, humorvoll und mit Herz (könnte helfen, falls er selbst eins hat).
Vielleicht liegt das wahre Update nicht im System, sondern in der Art, wie wir einander wieder wahrnehmen.
Vielleicht fällt der Filter nicht von selbst. Aber irgendwann sollte irgendjemand mal anfangen, ihn abzuschalten und wieder mehr selbst zu denken.
















































