Ich bekomme sie leider regelmäßig. Sie sind kurz, sachlich, emotionslos. Fast schon poetisch in ihrer traurigen Kargheit. „Leider müssen wir Ihnen mitteilen …“ – und schwupps, bin ich wieder ein Stück Erfahrung reicher, aber kein bisschen klüger.
Es ist ein wenig so, als würde man ins Restaurant gehen, ein Drei-Gänge-Menü bestellen, und der Kellner sagt nach einer Stunde: „Leider nein. Sie können wieder nach Hause gehen.“ Warum? War die Suppe versalzen? Das Steak zu roh? Wurde der Koch krank? Oder ich einfach die falsche Gesellschaft am Tisch? Keine Ahnung.
Und genau das ist das Problem: Ohne Feedback bleibt das Bewerben ein Blindflug. Man übt, korrigiert, studiert die Anzeige im Detail, verfeinert – aber ohne Hinweis weiß man nie, ob man gerade ein Kunstwerk abliefert oder eine gut gemeinte Sammlung von für das Unternehmen obsoleten Informationen.
Darum meine Frage an euch, liebe Recruiter und HR-Profis: Wäre es wirklich so schwer, ein, zwei Sätze Feedback mitzusenden? Einmal in all der Zeit gab es eine Personalchefin, die mich zur Absage sogar angerufen und mir die Gründe dargelegt hat. Ist es die Angst vor Klagen? Oder ist die Kunst der Absage längst in die Kategorie „Fast Food“ gerutscht – schnell, billig, nicht nahrhaft und auch ein bisschen ungesund?
Ich jedenfalls hätte gern ein bisschen mehr Würze, Qualität und Respekt. Und vielleicht auch mal eine Antwort, die nach Mensch klingt.
















































