Protokoll eines internen Krisenmeetings zwischen „dem echten Ich“ und „der Kunstfigur“.
Echtes Ich: „Sag mal, musst du immer so pointiert schreiben? Ich will einfach nur sagen, dass ich auf Jobsuche bin und das schon viel zu lange.“
Kunstfigur: „Natürlich. Pointen halten die Leute bei der Stange. Wenn du nur jammerst, scrollen sie weiter.“
Echtes Ich: „Aber ich will mich nicht dauernd als ironischer Überlebenskünstler inszenieren.“
Kunstfigur: „Das nennt sich Content-Strategie. Du bist der Mensch, ich bin die Verpackung. Ohne mich kriegst du keine Reichweite.“
Echtes Ich: „Ohne mich hättest du nichts zu sagen.“
Kunstfigur: „Touché.“
Echtes Ich: „Und wie lange wollen wir das hier noch machen?“
Kunstfigur: „Bis dich jemand einstellt. Dann wandeln wir uns in eine seriöse Projektmanager-Marke mit Geschichten aus der Arbeitspraxis. Vielleicht sogar mit ein paar spannenden Einblicken hinter die Kulissen.“
Echtes Ich: „Also im Grunde bin ich nur das Rohmaterial?“
Kunstfigur: „Nein. Du bist die Story. Ich bin nur die Regie.“
Und so gehen wir beide weiter auf die Bühne. Ich schreibe, sie inszeniert. Und wer genau liest, merkt: Wir sind nicht zu trennen. Nur manchmal, zwischen zwei Absätzen, blitzt der Mensch hervor. Und der ist – Überraschung – gar nicht so anders als die Figur.
















































